03 Mrz

Niederösterreichische Fischseuchenübung

Eine Info von: Dr. Barbara Gleiß, Dr. Heinz Heistinger

Von 24.10.-04.11.2013 fand im Waldviertel die Niederösterreichische Fischseuchenübung 2013 statt. Übungsannahme war der Ausbruch einer Koi Herpesvirus-Infektion (KHV-I) in einem Karpfenteich. Als Übungsteich wurde ein Karpfenteich im Bezirk Zwettl ausgewählt (Gesundheitsstatus III – Risikoniveau gering gemäß AQK-SeuchenVO).

Beteiligt waren neben der Abteilung Veterinärangelegenheiten und Lebensmittelkontrolle des Amtes der NÖ Landesregierung und der Bezirkshauptmannschaft Zwettl, die Österreichische Tierärztekammer – Landesstelle Niederösterreich und das Österreichische Bundesheer sowie Fachreferenten.

Übungsannahme war das, am 24.10.2013 plötzliche Auftreten einer Mortalität von > 5 % und moribunder Fischbestand > 50 %, sowie Schleimhaut- und Kiemenläsionen an allen erkrankten bzw. verendeten Fischen. Beginnend mit der Verdachtsmeldung wurde das komplette Ausbruchsszenario geübt. Über den betroffenen Teich wurde die vorläufige Sperre verhängt und amtliche Proben entnommen. Die Untersuchung im nationalen Referenzlabor für Fischkrankheiten an der Veterinärmedizinischen Universität Wien ergab den Nachweis des CyHV–3 und der Ausbruch der Seuche wurde am 25.10.2013 bestätigt. Die Fischhaltung wurde zum verseuchten Betrieb erklärt (Gesundheitsstatus Kategorie V) und gesperrt. Im Folgenden wurden Schutz- und Überwachungszone nach epidemiologischen Überlegungen unter fachlicher Beiziehung der taskforce Aquakultur eingerichtet. Um die Wiedereinstufung in Kategorie III zu erreichen, muss ein betroffener Teich nach Entfernung der Tiere gereinigt und desinfiziert werden. Der Übungsteich war zum Übungszeitpunkt bereits abgefischt und abgelassen. Nach Vorbild des Fischgesundheitsdienstes der Sächsischen Tierseuchenkasse wurde die Teichdesinfektion mit dem Hubschrauber durchgeführt. Als Desinfektionsmittel wurde Steinmehl (als Ersatz für den normalerweise verwendeten Branntkalk) verwendet. Ein Hubschrauber des Österreichischen Bundesheeres brachte das Streugut mit einem Streukübel über dem Teich aus.

Den Abschluss bildete eine Fortbildungsveranstaltung am 04.11.2013 mit einem Vortragsteil am Vormittag und einem praktischen Übungsteil direkt beim Teich am Nachmittag.